Gastautoren




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Verschlafen bis zum Tod


Tag für Tag
Liegt er im Bett
Zählt die Stunden
Faulenzt
Und ist doch im Stress

Tag für Tag
Bleibt er zu Hau
s Ohne sich etwas zu verpflichten
Er ist frei
- so denkt er

Monate vergehen
Er schläft
Träumt von (s)einem schönen Leben
Und wacht auf

Das Licht
Es beißt
Ist grell, fast erblindend
Minuten vergehen bis er sieht.

Er sieht den Raum
Ein kahles etwas
Verwüstet wie nach einem Kampf
Tot

Maden fressen sich dick und rund
Wälzen sich durch Essensreste
Schaben unter Fugen
Spinnen an der Decke.

Langsam richtet er sich auf
Motten nisten in den Haaren
Den fehlenden Kräften unterlegen
Fällt er auf die Knie.

Seit Tagen nichts gegessen
Die Kleidung von Mäusen zerfressen.
Versucht er sich zu schleifen
Doch Muskeln sind schon längst entwichen

Jede Minute von Bedeutung.
Doch es ist zu spät.
Umzingelt von Maden
Selbst diese kräftiger als er.

Schleimig kriechen sie näher
Erfreut über IHN
Vielleicht ihr nächstes Festmahl?
Gibt es noch Hoffnung?

Er sehnt sich nur nach einem:
Freiheit
Doch nun ist er gefangen
Liegt da, als wäre es einer der Tage

Welche er Tag für Tag gelebt.
Als er noch frei war.
Er hat verschlafen
Und muss dafür bezahlen.
Mit seinem Leben.
Denn sie sind gierig
Nutzen jede kleinste Chance
Zur Selbsterhaltung.



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