Gastautoren

Fred Lang


________________________________________


Hodenstock und Eiersack



Wo setzt der Alterungsprozess beim Mann zuerst ein, im Hirn oder im Hoden?

Die wahrscheinliche Antwort haben Forscher nach aufwendigen Versuchen jetzt endlich gefunden. Eine nicht nur von Wissenschaftlern lang gehegte Vermutung hat sich nach neuesten Erkenntnissen endgültig bestätigt. Die Ursache für den im höheren Alter stark abnehmenden Testosteronspiegel ist im Hoden zu suchen!

Die Androgenbildung wird nicht mehr so stark angeregt, und somit haben wir es mit einem ausgeprägten Hormontief zu tun. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Übrigens weisen auch die Eierstöcke der alternden Frau wegen der stark reduzierten Stimulation entsprechender Rezeptoren einen abnehmenden Östrogenspiegel auf. Die Folgen sind hinlänglich bekannt und sorgten bisher - vor allem im Verlauf der so beliebten "zwischenmenschlichen Kontakte" - für mancherlei Verdruss bei ansonsten noch ganz fidelen älteren Menschen. Doch das soll, wenn man den hoch motivierten Forschern glauben schenken will, bald "Schnee von gestern" sein. Künftig können dann noch 100-Jährige lustvolle Höhepunkte erleben.

Botanikern ist das Wort "zweihäusig" ein vertrauter Begriff. Es handelt sich hierbei um Pflanzen, die männliche und weibliche Eigenschaften gleichermaßen aufweisen. Die Mistel zum Beispiel ist eine typische Vertreterin dieser originellen geschlechtlichen Variante. Und was einer Mistel recht ist, sollte uns Menschen nicht billig sein!

Zur Zeit werden ältere Paare getestet, denen jeweils ein Hoden bzw. ein Eierstock entnommen und dann - allerdings vertauscht - wieder implantiert wurde. Mit dem schönen Ergebnis, dass sie nun über beides verfügen und somit der in der Vergangenheit fast unausweichliche Hormonmangel ausbleibt.

Der für die Hormonausschüttung im Gehirn verantwortliche Hypophysenvorderlappen wird blockiert. Ob er allerdings diesen Trick auf Dauer akzeptiert, steht noch nicht fest. Es ist zu erwarten, dass sich die normalerweise bei allen Menschen vorhandenen, geringen gleichgeschlechtlichen Neigungen enorm verstärken und dann keiner der Senioren mehr so richtig weiß, ob er Männchen oder Weibchen ist.

Das ist aber eigentlich dann auch egal. Oder?


Fred Lang 2003

________________________________________



Disclaimer
Die kommerzielle Publikation bedarf in allen Fällen der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. 2003 © by fred.lang@t-online.de

graphics & screendesign © by daywalker@vampirehost.de