Gastautoren

Gilbert


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Vampire


Vampire


Bleich scheint der Mond auf dunkle Grüfte,
die in bemoostem Grunde liegen.
Rieche die unbekannten Düfte,
die penetrant die Nase biegen.

Im silbern´ Schein umstehn mich Bäume,
die leise knarrend hier verderben.
Des Uhus Schrei hallt durch die Räume,
läßt jeden Mut in mir ersterben.

Ganz weiß nun und in Ängsten bebend,
nehm erschrocken ich die Gräber wahr.
Den Ort verlaß ich niemals lebend,
ach, wo ist nur der Vampire Schar?

Schon nahen sich vermummte Wesen,
mit seltsam trägen kurzen Schritten.
Die suchend, mit tiefen Augen lesen,
der dunklen Gräber stumme Schriften.

Dann steigen sie in alte Särge,
die ächzend der Verwesung höhnen.
In der Näh grast jene Mähre,
die nächt´ge Wesen gern verwöhnen.

Dann ist es wieder stille dorten,
der Mond verbirgt sein Angesicht.
Zitternd ringe ich nach Worten,
zu endigen mein Nachtgedicht.



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