Gastautoren

Tatyana


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Der Schmerz war grausam, drohte ihr die Sinne zu vernebeln. Längst schon hatte sich ihr Blickfeld auf einen kleinen schwarz umrandeten Kreis zusammengezogen, deßen Ränder stetig schrumpften. Schmerz und Kälte umtobten sie wie blaue Flammen, in denen sie zu verglühen drohte. Und die schlüpfrig vereisten Wege taten ein Übriges, ihr Fortkommen zu erschweren. Doch fort mußte sie. Das wußte sie noch.

Wenn auch das denken zunehmend schwerer fiel, war sie sich doch weiterhin der Tatsache bewußt, daß sie fliehen mußte, wenn sie auch längst schon vergessen hatte, warum und wohin. Sie hatte auch vergessen, wer sie war oder was sie getan hatte. Sie wusste nur, daß sie nicht sicher war. Irgendwo lauerte ein Abgrund, wartete nur darauf, sie zu verschlingen.

Das letzte Mal war sie nur knapp entkommen und nun mußte sie fliehen, immer weiter laufen, ohne Richtung und Ziel vielleicht, aber auf jeden Fall fort. Und sie mußte sich vor Menschen in Acht nehmen. Menschen bedeuteten Schmerz, innen und außen, lodernde Flammen. Instinktiv ahnte sie, daß sie am Ende ihrer Kräfte war und nicht mehr viel würde ertragen können.

Und so schleppte sie sich denn weiter durch die eisige Kälte des hellen warmen Raumes, in dem die freundlichen Stimmen um sie herum erklangen, taumelte weiter, solange es ihre versagenden Kräfte zuliessen, während sie höflich nach allen Seiten grüßte, Antworten gab, die erwartet wurden, während das Blut, das sie bei jedem Schritt verlor, sich in Eiskristalle verwandelte.

Luft! Sie konnte nicht mehr atmen! Alles drehte sich um sie. Und im Fenster spiegelten sich die Sterne ...



13.08.2003 - Tatyana


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