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Gerade bin ich zurück von einem 7 ½ stündigen Zahnarzttermin - nicht dass ich der Mutigsten einer bin, aber es musste mal wieder sein.

Hier die umfangreiche Vorgeschichte.

Beim heraustrennen aller alten Kronen im Oberkieferbereich (bei mir ist gemeint: aller Zähne) haben sich, nach 15 Jahren nur zwei von acht Zähnen gefunden, die im Erhalt kritisch sind und bei denen wir (mein Zahnarzt den handwerklichen und ich den menschlichen Teil) dann gleich noch eine nette Wurzelbehandlung gemacht haben. Möglicherweise wird das nix helfen und sie müssen trotzdem raus ;-( Der Rest der "Zähne", das sind genau acht im Oberkieferbereich (Frankensteins Monster sieht dagegen richtig gut aus ;-)) kann weiterverwendet werden. Ja dann ...

Sechs Elefantenspritzen - 13 Einstiche - nach zwei Stunden gegen 10.00 Uhr Kreislaufbeschwerden - der ganze Körper zittert, der Zahnarzt auch und ich halte ihn davon ab, den Notarzt zu rufen - schliesslich habe ich ja so meine Erfahrungen ;-) 10 Minuten später darf der Doc wieder basteln ...

Es folgen grüne, rote, durchsichtige Abdrücke, die Atemwege der Nase sind durch die Einstiche und die Betäubung ziemlich geschwollen. Bohrer, Finger, Speichelsauger, Tampons etc. erschweren mir das luftholen. Ein Blick auf die Uhr vermittelt mir die Sicherheit, dass schon fast vier Stunden um sind - eigentlich ist es mir langsam aber sicher egal. Die Lippen sind rau und die Haut springt langsam auf ...

Wie meinte er doch noch: "Der erste Zahnersatz hat 15 Jahre gehalten, dieser hier wird auch so lange halten und dann ist die Implantation so- weit, dass wir den Rest auch noch hinkriegen." Ich liebe seinen Humor ;-)

Wir sind fertig, meint er, nachdem er ewig an dem Provisorium herumgefräst hat, das ich jetzt drei Wochen tragen muss. Ich blicke in den Spiegel, stelle fest, dass das aus drei Teilen bestehende Provisorium potthässlich wie immer ist und dass ich zwischen den beiden Schneidezähnen wohl künftig meine Zigarette stecken kann - so gross ist der Abstand zwischen den Zähnen. Also - wieder raus den Kram und noch ein wenig "Haftputz" drangeklebt - jetzt kann man es lassen - schliesslich steht die Ausscheidung für Mr. Germoney gerade nicht an ;-) dann die üblichen Worte: "Das Schlimmste haben wir überstanden! Wenn irgendetwas ist - vorbeikommen - ansonsten sehen wir uns am nächsten Montag zur Anprobe."

Also im "Wahn" aus der Praxis raus, ins Auto gesetzt - eine Zigarette muss sein - die Oberlippen fühlen sich an, wie nach der ersten Runde gegen Henry Maske, aber irgendwie klemmen wir die Zigarette schon rein, die Welt um mich herum fängt an zu wabbern, zurücklehnen - das gibt sich gleich wieder ...

Zuhause angekommen: So ... jetzt mache ich mir eine heisse Tasse ( Suppeninstant), schlürfe die aus dem Röhrchen (verbrenne mir mehrfach den Gaumen vor lauter Gier) und lege mich ins Bett - 6 Elefantenspritzen machen müde ...

Besondere Vorkommnisse bis zum nächsten Termin:

Beim Kauen eines Pilzes am Samstag bricht am Provisorium mit einem lauten "knack" rechts aussen ein Teil ab - riessiger Schreck - kein Problem - war ein Überhang - darunter ist kein Zahn - ID4 anschliessend im Kino kann also ohne Schmerzmittel genossen werden ;-)

Der folgende Montag:

[Empfang - blonde Dame Ende vierzig - bayrischer Dialekt] Oh ... der Herr Meier - sie sind aber früh da heute! Haben Sie's nicht abwarten können?

Doch... doch ... aber ich habe den neuen stern noch nicht gelesen ;-)

Ihnen gehts scheinbar gut? Ich beneide Sie ja - also wenn ich das vor mir hätte, was bei Ihnen gemacht wird ...

Lassen wir das Frau Schmitt - nochwas ... meine Lebensgefährtin und ihr Sohn hätten auch gerne einen Termin ... nein .... nix grösseres ... gut ... ja aufschreiben ist immer besser ... Ach - gibt es eigentlich Provision, wenn ich Ihnen zwei neue Patienten bringe?

Der Herr Meier wieder - meinens des ernst?

Klar!

Mal mit dem Chef reden - vielleicht gibt es ja eine Flasche Sekt.

Ich trinke niemals Alkohol!

Oh ... [ist ihr peinlich] nehmens doch im Wartezimmer noch ein wenig Platz.

[Wartezimmer beim Zahnarzt sind Montags immer gut voll]

Lauter angespannt wirkende Leute - ich schwitze - nehme mir den stern ;-) und bei Seite 10 geht die Tür auf - 6 Leute rucken mit den Köpfen nach links - Herr Meier bitte ...

Die Behandlungszimmer der Praxis haben alle einen Namen - letzes Mal war ich in "Alte Krone" aber die Helferin murrt, als ich da rein will - weiter geradeaus bitte. Heute sitze ich im Zimmer "Zur Krone". Eigentlich hätte ich mir das ja denken können - schliesslich wurden die "alten Kronen" ja letze Woche bereits entfernt und es soll ja neue geben. Platz genommen - ach ja - die Figuren im Schaukasten kenne ich ja noch aus der alten Praxis - sie zeigen die Zahnarztszenen aus Wilhelm Busch - sehr ermutigend :-! Papier wird umgeschnallt - Moment bitte ...

Tür geht aus - Meister Lampe schiesst herein, drückt meine beringte Hand wie gewohnt kurz und fest, vernimmt sofort das knackende Geräusch der Ringe, wenn sie aufeinander gedrückt werden meint: "Oh! Was passiert? - strahlt unter seinem Mundschutz als ich vermelde, dass alles klar ist. Er hat in Windeseile bereits Spiegel und Haken parat, erkundigt sich, obs Probleme gäbe. Ich sage ihm, dass die Zähne im Gegensatz zum letzten Mal (UK) relativ friedlich sind, das linke Provisorium aber bereits am Samstag morgen locker war und ich das Wochenende in der Angst verbracht habe, dass es rausfällt und die Zähne dann blank liegen. Er lacht und meint - säu- bern und wieder reinstecken - kann nix passieren. Wenn er meint - ich be- zweifle das...

Mit oder ohne Betäubung will er wissen - tja... 13 Einstiche im OK sind richtig übel - Wie weh tut es denn heute - nicht die Welt meint er - aber das sagt er immer ...

Okay - ich bin mutig - schliesslich kann man ja immer noch spritzen ...

Klack - klack - und schon ist das Provisorium draussen - meine Zunge tastet ein paar spitze Dinger im OK - es zieht ein wenig - Lippen drüber - kalt mögen die Zähne schliesslich nicht. Mund auf - die erste Goldkappe wird probiert ... zieht ein wenig - aber es geht - er dreht sich um - ich das Taschentuch raus und den Schweiss von der Stirn gewischt ... Goldkappen 2-6 folgen ohne nennenswerte Schmerzen - er bohrt und schleift ein wenig - ich bleibe hart! Als er dann mit dem Pressluftteil kommt, werde ich im Sitz kleiner - er lacht und meint - keine Angst tut nicht weh ... Er hat nicht recht, aber man kann es überleben ... es gibt seit einiger Zeit wohl auch welche die warme Luft sprühen ;-) Löschpapier - Mund auf - Mund zu - Mund auf - Mund zu - Biss geprüft - geschliffen - falsches Kommando bzw. falsch interpretiert - ich habe seine Finger zwischen meinen Zähnen ... er for- dert mich freundlich auf, den Mund wieder aufzumachen ...

1-6 sitzen also - er spricht vergnügt mich sich selbst - gute Arbeit - kann man nix sagen - die 7 allerdings passt nicht so ... nein - sie sticht arg ins Zahnfleisch - beim rausziehen nicht korrekt erwischt - ich hätte ihn am liebsten erwürgt - er zieht die Kappe schmerzhaft über den Zahn ab ... "Oh Zahn poliert" entweicht es ihm ... aufgesetztes Fernglas vor der Brille wieder runter - geschliffen - probiert - Löschpapier - Mund auf und zu und ... Kappe 8 sticht auch ins Zahnfleisch - geschliffen - gesprüht - Biss geprüft - geschliffen - Oberkiefer nach vorne nehmen - zubeissen - aufmachen ... and so on ...

Alle 8 Kappen sitzen - grosse Spritze in der Hand - sieht aus wie die, die für Dichtungsmaterial verwandt wird - Gebiss schliessen - warmes Plastik (?) fliesst in meinem Mund - Das muss jetzt hart werden - er legt mir die Lippen drüber - nicht bewegen - ich komme gleich wieder ...

Gleich ist relativ - nebenan wohl ein schwerer Fall - es dauert ... er stürmt wieder rein - nimmt den Glibber aus meinem Mund - braucht ein wenig und kommt dann wieder mit einer runden Spange, um Abdrücke für die Herren Techniker zu nehmen - drinne grüner Glibber, er stellt sich hinter mich, drückt das kalte Zeug in meinen Oberkiefer, das sabbert verdächtig nah an meine Luft/Speiseröhre und ich höre ihn sagen - das muss hart werden - ich kämpfe gegen das würgen - seine Helferin nimmt ihm den Job ab - er zur Tür raus - ich höre entfernt den Bohrer - die Helferin spielt mit Daumen und Zeigefinger der linken hand mit einem kleinen Stück Glibber, das an ihrer Hand klebt - ich starre an die Decke und unterdrücke das Würgen nochmal - endlich kommt er die Tür rein - Oh ... ist ja schon ziemlich fest - es knirscht ein wenig - er hat es wieder draussen, nuschelt was von anrühren unter seinem Mundschutz vor - nicht schon wieder Glibber denke ich - Oh ... alle Kappen im Abdruck - da wird sich der Techniker aber freün - na dann ... Einmal spülen bitte - leider bemerke ich zu spät, dass das sonst ja vorgewärmte Wasser in der Zwischenzeit erkaltet ist ;-((

Mit anrühren meinte er den Schnellkleber für das Provisorium - ruck zuck ist es wieder drin ... den überstehenden Kleber entfernt - einmal spülen bitte - dann bis Donnerstag - Halt! Donnerstag wird dem Techniker nicht reichen - lassen sie sich einen anderen Termin geben - Heute waren wir ja richtig tapfer meint er noch - tja überlege ich ... ich schon - aber er?

Frau Schmitt strahlt als sie mich sieht - schon fertig heute will sie wissen. Klar - und einen neün Termin brauche ich auch! Wieso - sie haben doch schon einen entgegnet sie mit gerunzelter Stirn. Ich sage meinen Spruch, den mir Meister Lampe aufgetragen hat "... reicht dem Techniker nicht ..." aber sie will es genau wissen und ruft den Techniker an. Also am Freitag dann - ich wedle mit den Händen, weil Freitagstermine mache ich keine, wenn am Wochenende was ist, wirds richtig übel - denn seit mittlerweile 15 Jahren gehe ich mit meinen Zähnen eben ausschliesslich zu Meister Lampe - ein anderer Zahnarzt kommt nicht in Frage ... Also gut - dann lassen wir den zweiten Anprobetermin ausfallen, hat ja alles gut gepasst heute und machen den Termin für die Generalprobe und die provisorische Einpassung am darauffolgenden Mittwoch. Ich rechne - 10 Tage mit dem Provisorium heisst, nur weich essen, ewig daran denken, dass es heraus- fallen könnte - schliesslich halten Provisorien in meinem Mund selten länger als fünf Tage - aber was solls, denn ein anderer Termin ist nicht - am Tag darauf soll das Ganze dann, wenn nichts dazwischenkommt, "einbetoniert" werden.

Wiederum am Wochenende bricht mir auf der rechten Seite der Überhang ab - wieder Glück gehabt - wieder keine Zähne drunter. Am Sonntag morgen fühlt sich das Ganze irgendwie seltsam an - es ist locker - Suppe und sonstige Flüssignahrung ist angesagt - nur keinen falschen Biss, sonst fällt das Teil raus. Darunter liegen, die Nerven getrennt von einer dünnen Zahnschicht praktisch dann frei - gar nicht auszudenken. Aber ich denke immer wieder daran und dann sticht es mal da, mal dort ...

Montag morgen 08:00 Uhr - ach der Herr Maier - sie haben doch erst am Mittwoch einen Termin - ah ja - das Provisorium ist locker - nehmens noch kurz im Wartezimmer Platz ...

Zahnarztpraxen sind sicher nie voller, wie an einem Montag morgen, schliesslich habe ich ja selbst die Erfahrung gemacht, dass Zahnschmerzen fast ausschliesslich an Feiertagen, Wochenenden oder im Urlaub kommen. Alles kein Problem - den neün "stern" gerade in der Hand, und einen Sitzplatz entdeckt - Herr Maier bitte ... unten rechts ...

Die Patienten schaün mich mit diesem ganz besonderen Blick an der sagt: "Der ist eben erst gekommen, wie kann er dann schon dran sein - schliesslich habe ich einen Termin" - die würden einem am liebsten fressen ...

Ein kleiner Teil schaut eher mitleidig - frei nach dem Motto - ich warte lieber noch ein bisschen ... Meister Lampe rennt wie immer ins Behandlungszimmer, nuschelt ein "Wie gehts" in den Mundschutz und schon ist der Spiegel an und sein Werkzeug hat er auch bereits in der Hand.

"Was - locker? Das haben wir gleich" und zack ist das Ding raus ... "Hätte nicht mehr viel gefehlt und es wäre wirklich rausgefallen" meint er, streicht irgendwelche weisse Klebmasse hinein, nachdem er erst das Provisorium und dann meine Zähne trockengeblasen hat - kommt echt gut kalte Luft ;-( und zack ... "Das hebt bis Mittwoch!" Dieser Nelkengeschmack breitet sich in meinem Mund aus ... wie ich ihn hasse ...

Besondere Vorkommnisse bis zum nächsten Termin: Keine

Mittwoch 13:00 Uhr ist Generalanprobe und provisorischer Einsatz - ich hege seit einigen Tagen meine Zweifel (man kann ja praktisch an nichts anderes mehr denken), wie die Schwerkraft wohl mit einem Oberkieferzahnersatz fertig werden soll, der provisorisch eingesetzt ist ... ich gehe bereits um 12:00 Uhr in die Mittagspause und zieh' mir noch ein Schnitzel mit Pommes rein - die Pommes sind gut fritiert - leider kann ich sie deshalb nicht kaün - hätte ich eigentlich dran denken können - Macht der Gewohnheit vielleicht ... Henkersmahlzeit denke ich mir noch ...

Pünktlich wie immer sitze ich auf dem Stuhl - Meister Lampe die Tür rein - ist noch schneller wie sonst mit dem Werkzeug bei der Hand (wohl eher ein subjektiver Eindruck), klack - das Provisorium raus (wurde höchste Zeit, weil durch das weiche Matrial bereits die Zahnspitzen durchschaün), dreht sich nach hinten, um das fertige Endprodukt zu holen - "Oh" ... Telefon, die Dame am Empfang teilt mit, dass der Techniker noch nicht da war und dass meine "Zähne" wohl noch unterwegs sind. Ist ja kein Problem - so kann ich den "stern" wenigstens weiterlesen. Eine Stunde später sind die "Zähne" da und ich erinnere ihn, sie ein wenig anzuwärmen - vor dem probieren - er bedankt sich für den Hinweis - passt sie ein - "fertig" höre ich ihn sagen.

Hm ... ich erinnere mich sofort an meine Bedenken, dass das wohl nicht halten wird und sage: "Meinen Sie, dass das halten ..." beim letzten Wort klappt das Gebiss bereits nach unten - also hatte ich recht ...

Er sieht mich an und sagt: "Wissen Sie was - wir setzen das gleich ein. Es passt ja prima" dreht sich zur Sprechstundenhilfe und sagt: "Bitte mal grün bitte"

Oh... oh... der Schweiss steht mir auf der Stirn - grün ist der Kurzname für Betäubungsspritze für mittlerer Stärke. "Tut ein wenig weh jetzt" meint er und sticht insgesamt neun mal zu - über Kreuz unter der Nase durch - kommt richtig gut ;-(

Ich darf ein wenig warten, bis die Spritzen dann auch wirken - nein der Kreislauf bleibt gefälligst stabil - nach einer Stunde kommt er wieder, giesst Zement in den Zahnersatz - die gold caps hat er zuvor in den Zahnersatz eingebracht und mit einem Ruck stülpt er mir den ganzen Kram über die Zahnstummel, steckt mir einen kleinen Tampon zwischen die Zähne und sagt: "Fest zubeissen - egal ob die Muskeln dann weh tun - fest zugebissen halten - das Ganze muss aushärten! Kleinen Moment eben ..." 10 Minuten später - er kratzt am Zement und stellt fest, dass der noch nicht richtig trocken ist - weitere 10 Minuten fest zubeissen ... Ich versuche das cool hinter mich zu bringen - aber ... is nicht ...

Aber dann - er kommt, entfernt den ganzen Zement, der sich willenlos in meinem Mund verstreut hat beim einsetzen (schmeckt grässlich und wird natürlich auch hart) bitte mal spülen ...

Und jetzt - der grosse Moment - hoffentlich hat sich der Zement nicht zwischen gold cap und Zahnersatz gemogelt, denn sonst kommt beim Entfernen des Zahnersatzes auch die Goldkappe wieder mit und die gold caps müssen wegen des gleichmässigen Sitzes alle wieder raus ... Also mit dem schmalen Haken rein und gezogen - es tut sich nix - andere Seite - es knackt und mein Kopf ruckt nach unten - "Keine Panik" meint er und hakt an der anderen Seite - es knackt wieder - er wechselt den Haken und probiert es wieder. Leider sticht er mich mit Haken Nr. 1 von aussen in die Backe, was einen gequälten Laut meinerseits zur Folge hat, gleichzeitig höre ich dieses "ratsch" und der Zahnersatz fällt mir in den Mund. Er entfernt den restlichen Zement von den gold caps und vom Zahnfleisch, schleift ein wenig am Zahnerwatz rum, drückt das ganze wieder rein, zückt das Löschpapier und ich mache auf/zu/auf/zu/auf ... er ist zufrieden, strahlt unter seinem Mundschutz hervor und sagt: "Nix essen bis die Spritze nicht mehr wirkt ... wenn noch was ist - sofort vorbeikommen" Erlöst ...

Auf dem Weg nach draussen im Bad vorbei, dass die Herren Zahnärzte ja Zementreste von Lippen, aus dem Bart oder wo das sonst noch so überall hinkommt ja nicht entfernen - warum auch - säubern den Termin für den nächsten Tag auf einen Kontrolltermin ändern und raus an die frische Luft.

Da ich Elefantenspritzen, die sind übrigens blau, gewöhnt bin, merke ich bereits, dass die grünen Spritzen bereits in der Wirkung nachlassen. Kopfschmerzen machen sich breit - wie immer nach einer örtlichen Betäubung - aber ich bin fertig. Warten wir also ab, bis sich die Schmerzen ein- stellen - letztes Jahr beim Unterkiefer waren drei Wochen hässliche Schmerzen angesagt ...

Zwei Stunden später wollen sich nochimmer keine Schmerzen einstellen - seltsam wenn man darauf wartet und es nicht passiert - links ist der eine "Zahn" wohl ein kleines bisschen zu lang - kein Problem - gehen wir morgen hin und lassen es abschleifen ...

Als sich weitere zwei Stunden später nochimmer keine Schmerzen einstellen wollen, und ich eigentlich nur dieses Fremkörpergefühl im Mund habe, packe ich meine Fee ins Auto und wir fahren zu unserem Lieblingsrestaurant.

Ich bestelle ein 300 Gramm Steak, medium, in Cognacsauce mit Bratkartoffel und einem riessigen Salat. Beim ersten Salatblatt stelle ich fast glücklich fest, dass es in meinem Mund nach drei Wochen "Weichnahrung" wieder knackt, denke mit Freude daran, dass es am Samstag frische Brötchen gibt und geniesse ...

Nachdem jetzt alles saniert ist, sollte ich meinen Zahnarzt so schnell nicht wiedersehen - aber ... man weiss ja nie ...



   † ad noctem †
      Daywalker      21.10.1996



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