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Da mein Kleiner mir vor zwei Wochen meine Brille runtergeworfen hat, war ich genötigt mir eine neue machen zu lassen.

Zum besseren Verständnis:

Keine einfache Sache wie sich manche denken, denn ich benötige sündhaft teure Spezialgläser, damit man das gute Stück nicht an den Ohren festbinden muss :-)
    SPH     CYL     Achse
--------------------------
R   -12,00                 
L   - 8,75  -2,5    20      
Das bedeutet im Klartext ich habe ohne Brille eine Sehkraft von 5 bzw. 15%. Durch hochbrechende, fototrophe und hochentspiegelte Titalgläser liegt das Gewicht also nicht im Kilobereich, sondern ist für einen, der seit 30 Jahren bereits eine Brille trägt durchaus als tragbar zu bezeichnen.

Kontaktlinsen sind durch die spezielle Augenerkrankung zwar in der Form von harten Kontaktlinsen möglich - das aber wiederum bringt nach einem Test vor einigen Jahren mehr Ärger als sonstwas mit sich - schon beim Einsetzen sehe ich nix - muss also mit Spiegel und Linse direkt vor dem Auge aggieren, was dazu geführt hat, dass ich mir das Teil so eingesetzt habe, dass es nicht auf der Linse sondern weiter hinten am Augenrand drauf war und ich es nicht mehr entfernen konnte -> Augenklinik ... Da meine Augen seit 30 Jahren hinter einer Brille geschützt sind, könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie blend- und windempfindlich die sind - d.h. ich muss weiter eine Brille tragenm, weil die Augen fürchterlich tränen - ausserdem bringt ein Wechsel zwischen Kontaktlinse und Brille das grosse Problem, dass ich mit Kontaktlinsen "normal gross" sehe, während meine Brille alles verkleinert womit ich leben kann, weil ich das ja gar nicht anders kenne und sich die Motorik darauf einstellt - habe ich Kontaktlinsen frisch drin ist es nicht möglich Auto zu fahren oder sofort gezielt nach etwas zu greifen .... alla gut - ist für mich eigentlich auch kein Problem ...

Für eine Laseroperation konnte ich mich bisher nicht begeistern - - birgt bei meiner Sehschwäche z.T. erhebliche Risiken - davon abgesehen, dass sie 3.400,-- DM je Auge kostet und von der Krankenversicherung i.d.R. nicht bezahlt wird ... eine entsprechende Anfrage an die Provatversicherung läuft ...

Aber jetzt :-)

Also zum Augenarzt - Gott ist es da voll - und ein Rezept besorgt - bei der Gelegenheit gleich festgestellt, dass die Augen wieder schlechter geworden sind :-( Da überkommt einem schonmal kurzfristig die Panik ...

Mit dem Rezept raus und zum Optiker meines Vertrauens - also nix Fielmann und Co. die junge Dame - sicher eine gut geschulte Verkäuferin legte sich kräftig ins Zeug - schliesslich passt mein Gestell nicht mehr zur Mode und eine Ersatz- brille (meine ist 10 Jahre alt und nicht fototroph - sprich selbsttönend) und entspricht auch nicht meiner Glasstärke ist natürlich auch von Nöten (wird ohne Trick von der Krankenversicherung übrigns *nicht* bezahlt). Ich probiere also ohne davon allzuviel sehen zu können einige Gestelle auf - sehen auch gar nicht schlecht aus :-) verändert mich sehr mein meine Fee - aber die Gläser sind nunmal sehr klein die darin Platz finden. Also mache ich der guten Frau klar, dass das Glas gross sein muss, damit mein Gesichtsfeld nicht zusätzlich eingeschränkt wird. Eben genauso gross, wie ich es bisher getragen habe. Es kostet mich fast 15 Minuten bis sie aufgibt und mir verkauft was ich haben will - zwei neue Gläser - mit einpassen kostet der Spass nur 1.040,-- DM - da ich privat versichert bin, muss ich das vorlegen ...

Sie sucht mir also das modernste Glas heraus (meine alten Gläser waren 7 Jahre alt, ebenfalls hochbrechende fototrophe Titalgläser der Firma Zeiss und für ihre Stärke einigermassen dünn - dafür nimmt man die ja :-)) und überzeugt mich, dass ein graues Glas wesentlich besser aussieht, wenn es sich tönt, als das braune bisher getragene Glas. Sie bestellt die Gläser und teilt mir mit, dass ich darauf 10 Tage warten muss :-( Also die Reservebrille aufgesetzt und in den sauren Apfel gebissen ... (Kopfschmerzen, Doppelbilder, Druckstellen etc. sind die Folge - aber gut - selber schuld wenn man keine gescheite Reservebrille hat ...)

Nach exakt 10 Tagen war die Brille fertig - kurz vor Ladenschluss hin und die Brille angepasst - sitzt - ich sehe wieder "normal" im ersten Freudentaumel - das ist wirklich so :-) - bezahle ich und freü mich meiner Brille :-)

Zuhause vor dem Spiegel kommt das erwachen - man sieht es von vorne im Gegensatz zur alten Brille sehr stark, dass die Gläser so dick sind ... Mich persönlich stört das sehr. Am nächsten Tag stelle ich fest, dass sich jedes Licht über mir in den Gläsern als violetter Lichtpunkt zeigt, was mich ebenfalls sehr stört - es ist einfach hinderlich. Fällt mir die Sonne von vorne aufs Haupt, stellen sich die Gläser Lial dar - als hätte ich eine von diesen neumodischen Sonnenbrillen auf ... :-(

Ich gehe in ein Optikfachgeschäft in Highdelberg und frage dort, ob das normal sein kann - schliesslich ist das Glas hochentspiegelt - man bestätigt meine Annahme - das kann nicht sein.

Also ans Telefon gehängt und den Wieslocher Optiker angerufen - die nette Dame verlangt - ihr mein Leid geklagt - sie meinte zuerst mir diese Eindrücke ausreden zu müssen mit Erklärungen wie beispielsweise dieser: "Bei solchen Gläsern sind Lichtreflektionen normal das Glas trübt nach ein bis zwei Jahren nach und dann gibt sich das wieder" Bis dahin hätte ich mich vielleicht ja sogar dran gewöhnt :-(

Als sie merkt, dass ich da keinen Spass verstehe, rät sie mir die Brille vorbeizubringen - sie würde sie dann dem Hersteller übersenden - die würden das dann checken und ggfs. den Fehler beheben. Das Ganze dauert mind. 10 Tage evtl. länger - ich auf 180 sage zu vorbeizukommen ...

Ich also gestern abend dort vorbeigefahren und mir das Ganze nochmals von ihr angehört - meine Reservebrille mitgenommen um beweisen zu können, dass 10 Jahre alte Titalgläser dünner sind wie die, die man mir nach neuestem Stand der Technik verkauft hat. Nach ca. 10 Minuten hin und her gesteht sie ein, dass das Glas "ein wenig" dicker ist als sie das erwartet hätte - sie chekct das rechte Glas meiner Reservebrille ob das von der Stärke her wirklich identisch mit dem heutigen ist - sie hält mich wohl für blöde :-(

Dann treten wir in die harte Diskussion ein, die ich mit dem Satz beginne: "Ich werde mich von meiner jetzigen Brille nicht trennen" - das trifft sie hart, denn damit wird es nach ihrer Aussage *unmöglich* die Gläser überprüfen zu lassen. Entweder lasse ich die Brille da oder ich werde sie so tragen müssen wie sie ist...

Darauf hin mache ich ihr klar, dass mein Vertragsverhältnis nur ihrem Arbeitgeber gegenüber besteht - ihr Vertragsverhältnis zu der Lieferfirma interessiert nicht nicht. Sie fängt an laut zu werden - wer mich kennt weiss dass ich das besser kann :-) sie redet von Fernsehkauf und Nachbesserung - ich sage ihr - ich würde ein Ersatzgerät bekommen - sie sagt mir, sie kann mir keine Ersatzbrille geben - ich sage klar - aber sie wird sich was einfallen lassen - ansonsten melde ich mich 10 Tage krank und werde meinem Arbeitgeber raten die Kosten dafür bei ihnen rückzufordern. Ausserdem werde ich in der Zeit, in der die Brille eingeschickt wird, nicht einmal alleine aufs Klo gehen können und mir jemanden zu nehmen, der für mich kocht und mich rund um die Uhr versorgt ist teuer. Das Tragen meiner alten Reservebrille ist mir nicht zumutbar und aus gesundheitlichen Gründen auch nicht hinzunehmen, wie mir meine Augenärztin auf Wunsch hin gerne schriftlich bestätigen würde. Sie weiss nicht ob ich bluffe oder Recht habe und sie weiss sich nicht mehr zu helfen - zumal unsere Unterhaltung für alle Anwesenden und neu hinzugekommenen sehr interessant wird.

Da naht ihre Rettung - zumindest vor meinem Zorn - der Chef kommt - er fordert mich auf, auf dem weissen Ledersofa Platz zu nehmen und ermahnt mich, doch zu einer ruhigen und für alle Beteiligten einvernehmlichen Regelung zu kommen. Ich sage ihm, dass wir über alles reden können - nicht aber über die Abgabe meiner Brille für 10 Tage.

Er lässt sich die Brille geben, misst nochmals die neue und die alte Brille aus und erzählt mir, dass durch das grössere Glas auch mehr Randdicke zustande komme. Ich erzähle im, dass das Quatsch ist, weil meine defekten Gläser, die sie leider bereits entsorgt hatten, *deutlich* dünner waren ... ausserdem hatte ich noch *niemals* solche starken Lichtreflektionen ... er geht mit der Brille in die Werkstatt - kommt nach einer Weile zurück - setzt sich und meint: "Ich gebe zu - die Gläser kommen mir auch sehr dick vor - wir machen folgedes: Ich werde mich telefonisch mit dem Hersteller am Montag in Verbindung setzen, ihm Werte und Umfang mitteilen und dann mal hören - ich bin sicher wir werden das Optimum herausholen".

Daraufhin mache ich ihm nochmals klar, dass ein Optimum ist, dass ich solche Gläser erhalte, wie ich sie hatte - ohne Reflektionen und ohne dass sie aussehen, als wären es abgetrennte Böden von Coca-Cola-Flaschen (O-Ton) Es könne wohl nicht sein, dass die Gläser im Laufe von 7 Jahren bei fortschreitender Technik dicker statt dünner werden - sollte dem so sein, würde ich mir sicher in 10 Jahren Ferngläser zulegen müssen.

Das Ganze hat nun fast 40 Minuten gedauert - wir warten jetzt halt mal bis Montag und "sehen" dann weiter ;-)

Tage später ...

Viele sind bereits gespannt :-) - hier nur der Zwischenstand nach meinem Besuch beim Optiker heute:

Der gute Mann empfing mich freundlich lächeln und bot mir auch gleich wieder Platz auf der weissen Couch an :-)

Er erzählte mir, dass er sich mit der Firma telefonisch in Verbindung gesetzt habe, um zu erfahren, dass das Glas von *dieser* Firma nicht anders gefertigt werden kann. [Hört sich nicht gut an... ] Zur misslungenen Entspeigelung der Gläser habe sich der gute Mann nicht äussern können - aber wenn es der Optiker vor Ort sagt ...

Ich kann mir einen Hinweis auf die "Leistungsfähigkeit" verschiedener Firmen im Heil- und Hilfsmittelbereich nicht verkneifen und weise ihn gleichzeitig darauf hin, dass ich über einschlägige Erfahrungen verfüge, da ich beim grössten gesetzlichen Krankenversicherer arbeite :-)

Aber ... er hätte den Müll mittlerweile nochmals durchgesehen und die alten Gläser wiedergefunden. Anhand der Einzelteile habe er rekonstruiert, dass die alten Gläser eine ganz andere Zentrierung aufwiesen und daher um *0,8 mm* am Rand dünner waren (ist echt viel!)!

Da meine alten Gläser von der Firma Zeiss waren (auch wenn er das nicht geglaubt hat, weil diese hochbrechenden Gläser heute nicht mehr in der 1,7er Version angeboten werden) hat er die Glasteile an Herrn xyz von der Firma Zeiss in Frankfurt geschickt - der werde die Gläser analysieren und dann feststellen, ob Zeiss in der Lage ist, diese Gläser zu liefern oder eine Firma benennen die diese Gläser liefern kann.

Bis spätestens Donnerstag dieser Woche will er Bescheid wissen - dann würde auch entschieden, wie die Angelegenheit dann gereglt wird.

Seine letzten Worte auch heute: "Sie können davon ausgehen, dass wir das Optimum für sie erreichen werden!"

Dann schaun wir mal ...

Tage später ...

Wer hätte schon gedacht, dass es von dieser Geschichte jeden Tag einen Update geben würde ;-?

Ist auch nicht viel heute ... der Optiker hat mich heute morgen gegen 10:00 Uhr angerufen und mitgeteilt, dass der Sachbearbeiter bei der Firma Zeiss in Frankfurt gestern akut erkrankte und diese Woche sicherlich nicht mehr zur Arbeit erscheinen werde. Ein anderer Mitarbeiter könne diese spezielle Aufgabe nicht übernehmen. Spätestens am 24.06.96 werde ich wieder von ihm hören.

Er betonte während des Telefonates mehrmals, dass er mich nur informieren wolle - nicht dass ich denken würde, er hätte die Angelegenheit vergessen.

Das gibt natürlich zu Spekulationen Anlass :-) das will ich mal nicht vertiefen :-) aber eines scheint sicher - einen weiteren Auftritt von mir direkt in seinem Geschäft scheint er unbedingt vermeiden zu wollen. Weiterhin scheint auch er mittlerweile meinen Kenntnisstand zu haben - ich bin, wie ich durch einen Anruf bei einem befreundeten Anwalt erfahren habe, keinesfalls dazu verpflichtet, die Gläser zu behalten. Eine Wandelung kann seitens des Optikers nur Zug um Zug ausgeführt werden - d.h. wenn er mir die neuen Gläser montiert, wird er meine Brille dazu bekommen.

Das Einschicken meiner Brille und der angebotenen Rückgabe innerhalb von 10 Tagen wird keinesfalls meine Zustimmung finden ...

Tage später ...

Es gibt wieder etwas Neues vom meinem Optiker zu berichten, das ich Euch nicht vorenthalten will:

Nachdem ich letzte Woche mehrfach vergebens beim Optiker angerufen habe - wir erinnern uns - die aus dem Müll gekramten Gläser wurden an die Firma Zeiss in Frankfurt zur Ananöyse geschickt, der Sachbearbeiter war krank, so wurden die Gläser nach Aalen geschickt, wo man sie nicht analysieren konnte und nun sind sie wieder in Frankfurt, der Sachbearbeiter ist wieder zurück und gab heute dann folgende Auskunft:

Die alten Gläser sind tatsächlich von der Firma Zeiss hergestellt worden. Allerdings kann heute dort niemand mehr nachvollziehen, warum die Gläser am Rand so "dünn" waren, denn die heutigen Gläser sind deutlich dicker. Wäre die Ananlyse des Glases nicht möglich, hätte die Firma Zeiss ebenfalls behauptet, dass das überhaupt nicht sein kann.

Man(n) erklärt sich das jetzt so, dass beim Einschleifen der Rohgläser bei der Zentrierung ein Fehler gemacht wurde - das würde heissen ich habe unbemerkt und ohne Probleme sieben Jahre lang ein falsch zentriertes Glas getragen. Das aber kann lt. Optiker eigentlich nicht sein - denn ich hätte das merken müssen. Allerdings ist dies, nach seinen eigenen Angaben, die einzige Erklärung dafür, dass die Gläser am Rand deutlich dünner waren.

Zeiss rekonstruiert nun die alten Gläser anhand der vorliegenden Einzelteile, misst die Zentrierung dann aus und schickt neue Gläser samt der Werte an den Optiker, der für Dienstag nächster Woche damit rechnet, da interessanterweise Zeiss im Gegensatz zur Herstellerfirma meiner derzeitigen Gläser nur eine Lieferfrist von 4 Arbeitstagen und nicht 10-12 Arbeitstage hat.

Mittlerweile allerdings scheint dem Optiker eingängig geworden zu sein, dass ich nicht dazu bereit bin, weitere Kosten für die korrekten Gläser zu bezahlen, denn er sprach davon, dass die Herstellerfirma der derzeitigen Gläser ihm die Gläser ggfs. gutschreiben müsste.

Aber wir werden sehen - ich werde Euch dann zu gegebener Zeit mit Teil V (der hoffentlich letzte Teil?!) der Geschichte beglücken ...

Tage später ...

Leider wird das hier wieder nur ein Zwischenbericht :-( Warum? Here we go:

Nachdem nun die Gläser der Firma Zeiss tatsächlich deutlich dünner sind, wie die des Herstellers, den mein Optiker ausgesucht hatte, liess der Optiker sich neue Gläser der Firma Zeiss schicken. Ich gab also am vergangenen Donnerstag meine Brille ab und konnte sie bereits am Freitag gegen Mittag wieder abholen.

Nebenbei - ich weiss ja nicht, ob einer von Euch schonmal solche "Rohgläser" gesehen hat ... die sind ja riessig gross - schätze mal deutlich höherer Durchmesser, als ein Cola-Flaschen-Boden mit dem ich meine Gläser so gerne vergleiche :-)

Gut - ich also am Freitag mittag hin - die Brille war fertig. Wir haben die Gläser nachgemessen - gut 5 mm Unterschied. Durch einen kleinen Trick des Optikers - das rechte Glas (- 12 Diop.) nicht bündig mit dem Rand der Brille sondern ein klein wenig rausgesetzt und schon sehe ich von vorne ganz anders aus ...

Auch die Spiegelungen sind weg - er erklärt mir, dass das nur ein einfach entspiegeltes Glas ist und da die Gläser sowieso sehr hochbrechend seien käme eine andere Entspiegelung eigentlich gar nicht in Frage. Daran allerdings hätte man gleich denken sollen - man(n) entschuldigt sich aber damit, dass der Kundenkreis, welcher auf solche starken Gläser angewiesen ist, sehr klein sei. Nützt mir ja nun nix - aber immerhin haben sie den Fehler jetzt nicht nur anerkannt, sondern auch beseitigt. Ausserdem ist von Aufzahlung etc. nicht die Rede - gut, denn ich hätte da eh nicht mit mir reden lassen!

Am Freitag mittag nehme ich es zum ersten Mal wahr:
Das linke Glas ist nicht okay ... könnte ja sein, dass ich mich dran gewöhnen muss - nö - kann nicht sein, denn mit den dickeren Gläsern hatte ich auch keinerlei Gewöhnungsschwierigkeiten. Sieht man durch das Glas, so ist das gute Stück etwa bis zur Hälfte, von rechts gesehen, einwandfrei. Bewegt man nun das Auge oder aber den Kopf vollständig um auf die linke Seite zu sehen, dann verschwimmt das Bild - als hätte man auf ruhigem Wasser eine Spiegelung, die sich geringfügig ändert, wenn eine ganz kleine Welle über die Oberfläche läuft. Weiterhin treten beim nach unten sehen Probleme auf - d.h. beim Blick auf die Tastatur oder aber dem begehen von Treppen wölbt sich die Umgebung ganz leicht (Fisch-Auge-/Tunnel-Effekt). Bei längerem Arbeiten treten Kopfschmerzen auf und das Bild kann vom Auge nicht mehr korrekt gehalten werden und "rutscht" nach rechts ab.

Reservebrille aus - und weg sind die Effekte ... puh - ich hatte schon am Zustand meiner Augen gezweifelt ...

Heute am Montag steht fest, dass es sich sicherlich nicht um eine Gewöhnungsschwierigkeit meinerseits handelt, denn das Ganze ist keinen Deut besser geworden übers Wochenende.

Der Optiker war über meinen Anruf heute morgen sehr "erfreut" und ich habe mit ihm einen Termin um 16:00 Uhr ausgemacht, damit er sich das mal ansehen kann, wie er das am Telefon ausdrückte... wir werden sehen, was dabei dann herauskommt ...

Ich werde Euch dann mit den nächsten Teilen dieser "nerverendig story" erfreuen können ...

Tage später ...

Ihr werdet es kaum glauben - aber dies ist der letzte Teil der Geschichte - nicht etwa weil jetzt alles zur Zufriedenheit erledigt ist, sondern ... aber lest selbst:

Nachdem der Optiker letzten Montag ja die Erstauslieferung der Gläser wieder montiert hatte, damit er die zweite Lieferung zur Fa. Zeiss nach Frankfurt schicken konnte, rief er mich überraschend am Freitag morgen an und teilte mir mit, dass die Firma Zeiss auf die Reklamation hin kommentarlos zwei neue Gläser zugeschickt habe. Wir vereinbarten einen Termin für den frühen Nachmittag, da das Einschleifen der Gläser zwei Stunden in Anspruch nimmt und ich die Brille am Freitag abend ja auch gerne wieder gehabt hätte.

Als ich am Freitag abend die brille abholte, war der Chef selbst nicht da - ich probierte die Brille und richtig - die Verzeichnungen auf dem linken Glas waren nicht mehr sichtbar. Ich nahm die Brille nochmals ab und stellte fest, dass die Gläser nicht aus dem material waren, wie die zweite Lieferung der Firma Zeiss - es handelt sich nun wieder um ein dickeres Material.

Auf meine Frage hin, was das nun wieder sei, erklärte mir die Dame, die die Gläser selbst eingeschliffen hatte, dass das Material identisch sein - was wir leider nicht überprüfen konnten, da die zweite Lieferung zur Reklamation eingeschickt sei.

Um es ganz ehrlich zu sagen - ich fühlte wie der Zorn expolsionsartig in mir hochstieg und um nicht ausfallend zu werden, habe ich die Brille einfach mitgenommen - denn wenigstens sehe ich damit nach fast 8 Wochen wieder so, wie ich eigentlich sehen sollte... anscheinend muss man in dieser zeit schon allein deswegen froh und zufrieden sein :-((

Zum Abschluss rief sie mir noch die Frage hinterher, waru ich diese Gläser eigentlich nicht in eine wesentlich kleinere Fassung mache - damit hätte ich die Randstärke nicht mehr - das Glas ist dann nur noch so dick, wie an der flachsten Stelle in der Glasmitte ... Ein netter Vorschlag wie ich, nachdem ich zuhause angekommen mich wieder abgeregt hatte, finde nur ... erstens etwas spät und zweitens eine Sache, die ein anderer Optiker in die Hand nehmen wird - soviel ist sicher!

Ein Optiker, der für mich 30 Jahre lang meine Brille angefertigt hat, bei dem es nie Schwierigkeiten gab und der mir diese Geschichte beschert hat, ist sicher nicht Optiker meines Vertrauens :-(



   † ad noctem †
      Daywalker      12.11.1996



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