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Publiziert in der Stadtteilzeitschrift: "EM-Box-Info" im Dezember 1997


Die Stadtverwaltung hat den jährlichen Sperrmüll-Termin bekanntgegeben.

Die Hausverwaltung ihrerseits hat "freundlich" gebeten, doch die Keller- abteile endlich zu entrümpeln.

In der Stadtrand-Hochhaus-Siedlung herrscht am Vorabend reger Betrieb.

Es regnet leicht.

Ein ausrangiertes Bett, Einzelteile einer Fitnessbank (unvollständig) und zwei Metalleinfassung eines anderen Bettes sowie ein Holzstuhl sind überflüssig geworden.

Du trägst die Sachen nach draussen zu den Müllcontainern - denn - nur dort wird der Sperrmüll dann auch wirklich abgeholt.

Dauert nicht allzulange und Du bist fertig, wechselst die nassen Klamotten und machst Dir einen Café.

Als Du eine Stunde später das Haus verlässt, siehst Du eine türkische Mutter mit ihren Kindern, die Deinen Sperrmüll mühsam ins Nachbarhaus trägt.

Du denkst spontan: "Wie schlecht es diesen Leuten gehen muss" und Du erinnerst Dich, dass Du alte Kleider nur vor die Tür stellen brauchst und keine Stunde vergeht, bis sie einen neuen Besitzer gefunden haben.

Plötzlich siehst Du, wie Du einfach mit anpackst und ihr hilfst, die nassen Sachen ins Haus zu bringen - nur geträumt ...



   † ad noctem †
      Daywalker      19.11.1996



Borderliner

1996 © by daywalker