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Letzte Woche waren wir mit unseren Kids (12 & 10) in ABC. Da Kids bekanntlich nicht so belastbar sind, was einen Stadtbummel anbelangt :-) haben wir ihnen 1 ½ Stunden elternfrei gegönnt und sie ins Kino (Toy Story) geschickt. Clever wie Kids nunmal sind, haben sie auf Knabbereien etc. verzichtet und das Wechselgeld von der Kinokasse gespart, um hinterher noch ins Spielzeuggeschäft zu gehen ...

Nahe dem Kino befindet sich also ein Spielwaren-"Fachgeschäft" und die Kids waren ruckzuck drin verschwunden. Nach einer Weile tauchten sie wieder auf und hatten jeweils einen kleinen Modellflieger (Stückpreis 3,50 DM) zum selber basteln in der Tasche. Auf dem Weg zum Bahnhof (keine 5 Minuten später) stellte mein Kleiner fest, dass die Verpackung des Fliegers leer war. Wir also zurück zum Spielwaren-"Fachgeschäft" und wir haben die Beiden reingeschickt, um das zu regeln. Ich bin der Meinung, dass es nichts schadet, wenn sie das erstmal selbst probieren und ich vor der Türe ja, im Falle eines Falles, die "letzte Rettung" bin :-)

Keine zwei Minuten später kommen die Beiden wieder raus, mein Kleiner heulte wie ein Schlosshund und meinte, dass die Verkäuferin die leere Packung nicht umtauschen würde. Okay ... also bin ich mit meinem Kleinen zusammen wieder rein in den Laden ... wir kamen die Treppe hoch und schon rannte eine junge Frau (wie sich gleich herausstellte die Geschäftsführerin) auf uns zu und es entwickelte sich folgender Dialog(?):

G: Hallo, ich bin die Frau die ihrem Sohn das leere Päckchen nicht umgetauscht hat

V: Würden Sie mir bitte den Grund dafür nennen

[Ab hier war sie bereits laut]

G: Da könnte ja jeder kommen

V: Wir sind aber nicht jeder, sondern Kunden ihres Geschäfts

G: Ich tausche die leere Packung nicht um

V: Würden Sie mir bitte den Grund dafür nennen

G: Die Verpackung war voll, als ich das an der Kasse abgezogen habe. Ich habe es rascheln hören.

V: Es wurden aber zwei dieser Modelle gekauft. Wahrscheinlich war es das andere ...

G: Nein - es war diese Verpackung

V: Dann unterstellen Sie Betrug?

G: Ich unterstelle keinen Betrug!

V: Dann tauschen Sie die leere Verpackung bitte gegen eine mit Inhalt, da Sie dafür Sorge tragen müssen, dass die Verpackungen auch enthalten was drauf steht.

G: Nein - ich tausche die leere Verpackung nicht um

[Ab hier wurde auch ich laut - es bildeten sich bereits Menschentrauben]

V: Dann unterstellen Sie Betrug?

G: Nein

V: Dann hätte ich gerne den Geschäftsführer gesprochen

G: Das bin ich

V: [irritiert] Und dann leisten Sie sich so einen Auftritt wegen 3,50 DM

G: Wir haben 1.000 Kunden Durchlauf am Tag wenn das jeder machen würde...

V: ... dann wären Sie längst pleite und damit der Menschheit erspart ge- blieben...

G: Das ist eine Beleidigung...

V: ... und was da läuft ist Betrug am Kunden ... [meine Mundwinkel fangen an zu zittern - man(n)/frau sieht mir die Erregung an]

G: Ich hoffe sie hatten ein schönes Osterfest ... [giftig]

V: ... das ist wohl kaum Thema dieser Unterhaltung ...

G: Sie zittern ja ... sie sind ja ganz fertig [sie Psycho...] Ich tausche die Verpackung also um [und entreisst mir das gute Stück samt Kassenzettel und drückt mir eine neue Verpackung in die Hand, deren Inhalt ich sofort überprüfe und bringt sich sofort wieder auf Distanz]
V: [Wir drehen uns um und gehen]

G: Hier ihr Kassenzettel nur falls nochwas sein sollte [giftig und laut]

V: Den dürfen Sie gerne behalten, wir kommen sicher nicht wieder ...


Nun - sie hatte recht - ich war tatsächlich nahe dran, auszurasten (nein ich werde nicht gewalttätig :-)) aber ich finde die Vorstellung, dass ein Kind mit ein wenig Geld in der Tasche einen *Spielzeugladen* betritt, sich dort etwas kauft und nicht in die Verpackung sieht, weil es einfach nicht damit *rechnet*, dass sie leer sein könnte, später feststellt, dass sie leer ist und wieder den *Spielzeugladen* betritt, um dann von einer Geschäftsführerin, die wohl in meinem Alter war (also selbst Kinder haben könnte) abgefertigt zu werden - frei nach dem Motto: "Du hast den Inhalt draussen irgendwo versteckt und willst mich linken" nur weil das Kind alleine wiederkommt. Die folgende Szene unter Erwachsenen in einer solchen Situation ist sicherlich kein Einzelfall :-(

Ein Kind, so denke ich, sollte sich über einen Besuch in einem Spielzeugladen freuen können und zwar vor/während/nach dem Besuch! Und eine Verkäuferin/Geschäftsführerin in einem solchen Geschäft sollte selbst wenn sie noch so einen schlechten Tag hat, in der Lage sein, angemessen zu reagieren - zumal man(n) davon ausgehen kann, dass sie ein 10jähriger wohl kaum dumm angemacht haben dürfte und zudem noch in einem Spielwaren-"Fachgeschäft". Mein Kleiner wird das sicher schnell wieder vergessen haben - ich frage mich, warum sowas, auch in Anbetracht des lächerlichen Betrages, denn sein muss!

Ehrlich gesagt macht mich sowas über die Gebühr hin wütend :-( und mein Kleiner hat eine "wichtige" Erfahrung mehr in seinem Leben gemacht: Er hat die Frau ordentlich gefragt, ob sie das umtauschen würde und hat weinend und enttäuscht das Geschäft verlassen. Dann bin ich also ein Erwachsener mit ihm wieder rein und es kam zu einer lautstarken, derben Auseinandersetzung ... und ... sie hat es dann umgetauscht. Vielleicht brüllt er in einem gleichen Fall den Verkäufer beim nächsten Mal ja gleich an :-(( Ich würde das verstehen ...



   † ad noctem †
      Daywalker      07.07.1996



Borderliner

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