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- Eine Momentaufnahme -


Weihnachten hatte immer soviel mit Sinnlichkeit auf sich ...

Früher hat es überall nach Weihnachten gerochen, da lag draussen Schnee, die Leute waren weicher, man war aufgeregt und nicht nur wegen der Geschenke, es wurde gebacken, in der Wohnung war es kuschlig warm und es war nicht alles so schrecklich hektisch. Abends ist man durch die Stadt gelaufen, überall brannten Lichter - es war einfach anders und um so vieles besser ...

Heute ist die Hektik ausgebrochen, man kann Lebkuchen schon im Oktober kaufen, alles riecht nach Kommerz, die Aufregung gibt es schon lange nicht mehr, der Geruch ist weg, Mütter die backen erzählen gleich dazu, was es für eine Schweinearbeit war und richtig Schnee an XMAS gibt es auch schon seit Jahren hier bei uns nicht mehr :-( Läuft man abends durch die Stadt, wird man entweder von den Massen überrollt oder man hat schon gar keinen Parkplatz bekommen ...

Als einziges kleines Weihnachten (so profan sich das anhören mag) ist mir etwas ganz Besonderes geblieben: Es gibt von der Firma "Super-Lecker" Weihnachtsmandeln, sind sauteuer und nicht viele in der Packung. Da kaufe ich mir eine, und wenn mir danach ist, schliesse ich die Augen, öffne ganz langsam die Packung, rieche tief hinein und lege mir eine solche Mandel auf die Zunge. Bei Geruch und Geschmack fallen mir all die schönen Dinge wieder ein von früher und das Gefühl macht sich tatsächlich breit - wenn auch nur für einen kleinen Moment ... verrückt ... einfach verrückt ...

Im nächsten Jahr werden wir es anders machen - ich habe mit meiner Ex bereits abgestimmt (ein Wahnsinn ein Jahr im voraus - aber gut) dass ich am 24. den Kleinen bei mir habe. Wir werden uns eine Hütte mieten, in einem Gebiet, wo in jedem Falle Schnee liegt und wollen dort dann versuchen, ein Weihnachten ganz in alter Tradition ohne Fernsehen, Computerspiele etc. zu begehen. Vielleicht das letzte grosse Abenteuer - wer weiss ... ;-)

Ursprünglich wollten wir dieses Jahr am 24. eine Fete machen - ähnlich wie an meinem Geburtstag, aber man sollte nicht glauben, wieviele, wenn auch argumentativ nicht gerne oder gar sehr ungerne, zuhause brav auf Familie machen. So haben wirs gelassen - aus Mangel an Beteiligung, was wir im Vorfeld geklärt hatten ...

Irgendwie erinnere ich mich immer wieder an das Bild, das ich statt eines Mistelzweiges früher immer aussen an meine Wohungstür gehängt habe:

Ein Adventskranz aus 20 Mark Scheinen geflochten und oben drüber in goldenen Lettern:


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   † ad noctem †
      Daywalker      12.12.1996



Borderliner

1996 © by daywalker