Header


Header

(Version 1.1 - Eine Homage an AuSd)


Der starke, gleichmässige Regen hatte eine einschläfernde Wirkung - es kostete ihn grosse Mühe, sich hinter dem Steuer wach zu halten - da half es ausnahmsweise noch nicht einmal, die Lautstärke der Musik drastisch zu erhöhen ...

Am Rande der Stadt angekommen, suchte und fand er einen Parkplatz in direkter Nähe zu einem Lebensmitteldiscounters - "Ungewöhnlich" dachte er noch, schob es aber auf die allgegenwärtige Teuro-Diskussion. Er setzte sich seine Tarnkappe auf und stieg aus.

Zwischen dem 70sten & 75sten Liter Regen entdeckte er den Parkscheinautomaten und dass er kein Kleingeld hatte, kalkulierte kurz die auflaufenden Parkgebühren gegen das Strafzettelrisiko am Rande der Stadt und hielt es für lohnenswert. Das Leben war, bedingt durch das trostlose Wetter, schwarz-weiss geraten. Die Hymne der diesjährigen Love-Parade klang im noch im Ohr, als er die Klingeln nach dem richtigen Namen absuchte.

Laut atmend, mit leisen Flüchen in den Gedanken, kämpfte er sich in den 9ten Stock - und wurde von ihm gleichermassen herzlich wie sorgenvoll begrüsst. Sein Zustand war kritisch und als er das Glas Wasser nach einem kräftigen Schluck neben seiner Tarnkappe auf dem Tisch der gemütlichen Küche abstellte, wabberte sein Kreislauf noch erheblich und trübte sein Umgebungsbild.

Nach einigen Minuten wurde sein Zustand deutlich stabiler. Er überreichte das Mitbringsel "Blacky", das sich fortan grossen Zuspruchs erfreute, aber die bleigeschriebene Statistik deutlich in die Höhe trieb.

Während er seinen Blick nicht von der mediteranen Aussicht lassen konnte - dies hatte ihn bereits bei seinem ersten Besuch nachhaltig beeindruckt - waren wichtige Dinge zu erörtern - die Tagesordnung schien unendlich lang - und trotzdem war er guter Dinge, denn er fühlte sich zuhause. Seltsam - aber auch das war ihm bereits beim ersten Besuch aufgefallen und so konnte er es ab sofort nicht mehr für einen Streich seiner Psyche halten - das Gefühl wurde dieses Mal deutlicher und damit zur Realität. Auch gab es keinerlei Anlaufschwierigkeiten sich in die Thematik einzufinden, wie dies ab und an durchaus üblich sein konnte ... Vertrautheit oder Seelenverwandschaft - soweit dies nach den bisherigen, eher kurzen, Kontakt-Zeiten unabhängig beurteilt werden kann ...

Der ständige Drang ihn zu verwöhnen, musste ab und an doch ein wenig gebremst werden - er litt einfach unter Appetitlosigkeit, die nicht unbedingt an seinen unterschwelligen Zahnschmerzen festgemacht werden konnte. Sichtliche Freude bereitete der herzhafte Biss in den crossen Pizza-Teig. Als er dann die ausgehändigten und ohne Zweifel wichtigen Papiere gerne angenommen wurden, leuchteten die Augen kurz und herzlich.

Auf dem Weg durch das Treppenhaus nach unten zurück ins schwarz-weisse Leben, begegneten ihm, neben sichtbarer Lustlosigkeit an Design, auch ein Papagei und Marilyn Monroe. Dies entschädigte ihn ein wenig für das dargebotene Trostlosen-Design und während er noch in Gedanken war, bereitete ihn der Fussabtreter in verblasstem gras-grün auf seinen Weg nach draussen vor ...



   † ad noctem †
      Daywalker      18.07.2002



Borderliner

2002 © by daywalker