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gewidmet all denen, die sich zur Umrüstung ihres PCs hinreissen lassen wollen ;-)



Freitag Nachmittag klingelt das Handy ...
"Hey - hast Du heute Abend Zeit?"
"Hm ... kommt drauf an ..."
"Ich habe ein neues Board und einen neuen Prozessor für Dich!"
"Oh ha ... dann lieber Samstag - was ist es für ein Board?"
"Das erfährst Du morgen Mittag dann - 14 Uhr?"
"14 Uhr - aehm ... Du weisst, dass mein System von SCSI bootet?!
"Ja ... klar ... ich denke schliesslich mit!"
"Und den Speicher muss ich weiter verwenden können!"
"Geht - als dann bis morgen!"

Daywalkers "Heilige Kuh" soll also geschlachtet werden ... ein Bastelrechner, in den jahrelang Teile eingebaut wurden, die an anderer Stelle übrig geblieben waren ...
  • Eye Servertower
  • Pentium II-233 MMX - 512 MB RAM
  • Adaptec 2940 UW-SCSI-Controller on board
  • 2 IDE-Platten (15 & 20 GB)
  • 2 SCSI-UW-Platten (4 & 4 GB)
  • 2 SCSI-Platten (2 & 2 GB)
  • ZIP-Laufwerk IDE (100 MB)
  • SCSI-CDR & SCSI-CDRW
  • Soundblaster AWE64 ISA
  • G-Force II MX - 32 MB
Allerdings machte das System hardwaretechnisch gesehen in letzter Zeit immer mal wieder Probleme. Da eine Neuanschaffung finanziell auf absehbare Zeit nicht machbar ist, war die Aufrüstung der einzig gangbare Weg.

Aus gutem Grund hatte ich -nderungen am System - in welcher Art auch immer - lange Zeit vor mir hergeschoben - zu wach waren die Erinnerungen noch an frühere Aktionen in Sachen Rechnerum-/neubau - ein echtes Highlight dabei war der Auf-/umbau an einem Samstag nach einem Einkaufsbesuch der "Hobbytronic" in Stuttgart mit den Einzelteilen für sieben PCs in meinem Wohnzimmer (16 qm) mit sieben Leuten, der sich von Mittags 14 Uhr bis zum nächsten Morgen gegen 04:30 Uhr hinzog und nur sechs intakte Rechner hervorbrachte ...

An diesem Abend anwesende Freunde zogen mit lustigen Bemerkungen über die Angst her, die sich breit machte ...

"Würde das System jemals wieder laufen"
"Oh keine aktuelle Datensicherung für die 35 GB Daten?"
etc. pp.

Ob ich nun aus diesem Grund schlecht schlief sei dahingestellt - nach dem Frühstück machte ich mich also daran, die wichtigen Daten auf die im System verbleibenden IDE-Platten wegzusichern, legte Disketten, Installations-CDs und Sicherungen parat und wartete nervös auf das Klingeln an der Tür und überlegte derweil, ob es wirklich nötig war, das System umzurüsten - es heisst ja nicht umsonst:

"Never touch a running system!"


Das Handy klingelte und Stefan teilte mit, dass er noch einige Kleinteile einkaufen muss und sich deshalb verspätet. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich geklärt, dass die vielen kleinen SCSI-Platten nicht mehr läger im System verbleiben sollten und gegen den Rat von Stefan entschied ich mich für eine 80-GB-IDE-Platte, deren Preis 20 Euro über dem der 60 GB Platte liegt.

Gegen 15 Uhr dann traf Stefan gut gelaunt ein - normalerweise sitze ich immer auf der Seite derer, die aufrüsten und/oder Systeme für Freunde einrichten - dieses Mal also sollte ich sehen, wie sich die andere Seite fühlt ;-)

Er hatte ein AMD-Board mit einem Duron 750 besorgt, auf dem der alte Speicher wiederverwendet werden konnte. Darüber hinaus hat das Board zwei ISA-Slots - so können auch alte Karten, wie die Soundblaster, wieder eingesetzt werden. Das Angebot war also attraktiv genug und der Umbau beschlossene Sache. Von der Systempartition C:\ wurde fluchs noch ein Image erstellt und gesichert, damit keine komplette Neuinstallation erforderlich sein würde.

Ich selbst habe es von jeher verweigert, Boards & Prozessoren einzubauen - der Rest kein Problem - aber meine Ungeduld in heiklen Fragen lässt mich vorsichtig sein. Der Rechner selbst war schnell entkernt? und so konnte der Wiederaufbau zügig beginnen.

Gegen 17 Uhr waren alle Teile problemlos wieder eingebaut - jetzt war wieder richtig viel Platz im Tower und einige Meter Kabel wanderten in die Bastelkiste und nicht mehr zurück in den Rechner.

Komponenten verbinden - BIOS-Meldung - schon mal die halbe Miete, wenn der Rechner das BIOS anfährt - Speicher wird hochgezählt - BIOS-Einstellungen werden gemacht - die Festplatten werden erkannt - sieht alles gut aus. Dann der erste Bootvorgang von der Win98-Diskette - die CD-ROMs am neuen SCSI-Controller (Adaptec 1542b ISA) werden nicht gefunden. FDISK meldet, egal was wir anstellen, die neue 80 GB-Platte als 13 GB-Platte - fertig. Die alte 15 GB IDE-Platte klickt ziemlich laut - Kopfschaden wird diagnostiziert - ganz schlecht - voll mit Daten und vor allem trägt sie das Image für die Systempartition :-( - knapp zwei Stunden und eine Verwarnung meinerseits mit dem Hinweis, ich sei jetzt nicht zu Scherzen aufgelegt später, entschliesst sich Stefan nach Hause zu fahren und seinen Rechner zu holen, da die 80 GB Platte einfach nicht als solche erkannt wird. Das BIOS des Rechners ist auf dem Stand Februar 2002 und die Festplatte wird dort auch mit voller Kapazität erkannt - ein FDSIK-Problem also!

Während ich also knapp eine Stunde auf Stefans Rückkehr warte, bastle ich selbst ein wenig herum und kurz vor dem Eintreffen werden die CDR-Laufwerke vom Controller erkannt - das CDR kann ich jedoch nicht ansprechen - den Brenner hingegen aber schon?!

Stefan schafft eine Verbindung von seinem Rechner zur 80 GB Platte in meinem Rechner und nach einigem hin und her und dem Einsatz einiger Zusatzprogramme wird die 80 GB Platte aktiv gesetzt, partitioniert und anschliessend formatiert - wir sind ein gutes Stück weiter und beschliessen einen break zur Stärkung - es gibt Rippchen ;-)

Trotz des klickens der IDE-Platte versuchen wir das Image auf eine andere Partition zu sichern - wider erwarten klappt das auch - dauert ewig - und es kann tatsächlich zurückgespielt werden. Neustart des Rechners - Win98 reagiert entsprechend und es sollen jede Menge neue Treiber installiert werden - USB-Geräte sind nicht mehr vorhanden - besonders ärgerlich, da die Maus ein USB-Gerät ist - aber Stefan hat mitgedacht und seine PS/2-Maus tuts dann auch. Aber ... die Treiber können nicht installiert werden, da die CD-ROMs nicht erkannt werden. Stefan stellt seinen allerliebsten NCR-SCSI-Controller zur Verfügung - dafür aber sind keine Treiber auf der WIN98-Bootdisk. Also wird eine erneute Verbindung von Rechner zu Rechner etabliert und die WIN98-CD komplett von Stefans CDR auf meine Platte kopiert - das dauert dann auch aufgrund der vielen kleinen Dateien fast 60 Minuten.

Genug Zeit um sich als abgenervter PC-Besitzer mit Umrüst-Ambitionen eine schiere Nikotion- & Coffeinvergiftung zuzuziehen ;-/ Nach der Kopieraktion können die geforderten Treiber endlich auch installiert werden - der SCSI-Controller wird jetzt erkannt und das CDR ebenfalls - nur der SCSI-Brenner ist jetzt nicht mehr vorhanden und auch die Soundblaster ist dem System nicht bekannt. Nach einer intensiven Suche stellt sich heraus, dass das SCSI-Kabel am Brenner verrutscht war - er wird vom System wieder gefunden. Soundkarte negativ - das ZIP-Laufwerk kann nicht angesprochen werden. Auch das Problem kann nach Setzen des ZIP-Laufwerk auf Master an IDE 2 behoben werden - 23:31 Uhr und das System läuft weitgehend fehlerfrei hoch.

Neue Board-Treiber werden installiert - nach dem Reboot ist dem System so gut wie keine Hardwarekomponente mehr bekannt - also auf ein Neues ... um 01:41 Uhr des nächsten Morgens dann läuft das System wieder - einziges Manko nach wie vor - die Soundkarte wird vom System hartnäckig ignoriert. Mir als Nicht-Spieler ist das gerade total egal - wir fallen nach dem Zusammenschrauben der beiden Rechner auf die Couch, rauchen noch eine Abschiedszigarette und gegen 02:00 Uhr ist das Abenteuer erst einmal zuende mit gutem Erfolg - wer hätte das gegen 19 Uhr geglaubt? Ich am allerwenigsten - und es ist klar, dass nur Stefans Ruhe & Kenntnisse dafür gesorgt hat, dass dieser Umbau keine Katastrophe geworden ist.

Augfrund dessen, dass Stefan Board & Prozessor günstig gebraucht besorgt hatte und diverser "das kann ich noch brauchen - was willst du dafür" Aktionen, kam mich der Umbau incl. neuer 80 GB Platte, Kühler und Kabel auf nur 140 Euro - toller Preis!

Da die Maschine nun um 4 laute Festplatten und 2 Lüfter "erleichtert" werden konnte, glaubten wir erst nicht, wie vergleichsweise leise die Maschine jetzt war. Klasse!

Meine Gemütszustände während des Umbaus sind in den Worten der Fee gut auf den Punkt gebracht: "Wie ein Häfchen Elend bist Du herumgeschlichen!" - die "heilige Kuh" eben ...

Am Morgen - nach einer kurzen Nacht - werden die Daten auf die entsprechenden Partitionen zurückverteilt - Sicherungen gezogen - Internet geht - puh - Druck geht nicht - "keine Verbindung zum Netzwerkdrucker" behauptet das System - BIOS-Eintrag angepasst und schon druckt er wieder. Der Gehäuselüfter erhält Gummiunterlegscheiben, um die Vibration auf das Gehäuse zu mindern. Nur die Soundkarte hat nach wie vor keine Lust zu arbeiten.

Nach einem gemütlichen Donnerstag-Abend beschliessen wir, am kommenden Samstag den Computermarkt in Mannheim aufzusuchen und u.a. eine neue Soundkarte, diesmal PCI einzukaufen - Stefan kann sich dunkel erinnern, dass es mit diesem AMD-Board und ISA-Soundkarten zu Problemen kommen könnte.

Gesagt - getan - neue Soundkarte gekauft - sehr gut zu Mittag gegessen - Soundkarte zuhause eingebaut - Treiber installiert - läuft nun einwandfrei und war mit 12,50 Euro günstig und kann rein faktisch mehr als die alte Karte (z.B. 4.1-Ausgang). Leider vibriert das alte SCSI-CD-ROM unglaublich - aber dafür wird sich auch noch eine Lösung finden ;-)

Fazit:
Knapp 11 Stunden Arbeit am Tag des Umbaus und viele Stunden Nacharbeiten, unzählige Zigaretten und Cafés waren erforderlich, um aus dem fast vorsintflutlichen System eine Maschine zu bauen, die jetzt rund um Faktor 3 schneller und deutlich leiser ist. Es hat sich also gelohnt - allerdings wurde jedes Vorurteil zum Thema: "Umbau - kein Problem" bei dieser Gelgenheit auch wieder gnadenlos bestätigt ;-)

Nun wird bei Gelegenheit noch der Lieblings-SCSI-Controller von Stefan gegen einen Adaptec 2940U (PCI) getauscht und dann kommt an mein System erstmal wieder nur "Wasser & CD" ;-)



   † ad noctem †
      Daywalker      06.10.2002



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