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Stellen wir uns einmal vor ...

Ein Führerschein-Neuling fährt mit seinem alten und liebevoll hergerichteten Auto über Land zu einer Party. Es ist dunkel und regnet stark. Er kennt die Örtlichkeit nicht und nach vielen Kilometern auf der Landstrasse passiert es dann auch prompt ...

Später wird es heissen, dass er sein Fahrzeug "den Witterungsverhältnissen nicht angepasst" führte - in einer Doppelkurve ist plötzlich Aquaplaning das Thema - der Wagen bricht bei ca. 70 km/h aus, und wird von ihm abgefangen - der Schleuderkurs beim ADAC hat sich also wirklich gelohnt und sei an dieser Stelle allen empfohlen! - der Wagen bricht dann erneut aus und wird soweit abgefangen, dass er nicht auf die Gegenfahrbahn gerät. Die Leitplanke stoppt das Fahrzeug dann.

Der Wagen sieht ziemlich übel aus - der Gutachter wird später den Gesamtschaden auf 3.100 € schätzen und das Ganze als wirtschaftlichen Totalschaden klassifizieren. Im ersten Anschein sind defekte Scheinwerfer sowie ein verknautschter Kotflügel, eine eingedrückte Motorhaube und neben weiteren Kleinteilen auch eine unbrauchbare Stoss-Stange sichtbar.

Tief schockiert lautet die erste Überlegung: "ADAC anrufen - Fahrzeug abschleppen" Also wird das Handy gezückt und prompt steht man im Funkloch.

Da war doch auf dem Weg eine Notrufsäule ... dort meldet sich dann die zuständige Polizeidienststelle statt des ADAC und der Fahrer gibt auf Nachfrage brav Standort und seinen Namen an.

Die Polizei sichert zu, vorbei zu kommen und lässt sich dafür - Ursache unbekannt - knapp 90 Minuten Zeit. Ihm ist nichts passiert - er war allein im Auto - keine Fremdbeteiligung - keine sichtbare Beschädigung der Leitplanke - kein Alkohol im Spiel - also alles im grünen Bereich.

Es erscheinen zwei Polizisten - der Ältere wird als schlecht gelaunt beschrieben - möglichweise ist der Dauerregen daran schuld?! - es wird ein Protokoll erstellt und unterschrieben. Dann wird dem Fahrer erklärt, dass er zu schnell war und nun als Führerscheinanfänger dann auch gleich mal die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommt: Mindestens 3 Punkte in Flensburg, 100 € Strafe und wenn er Pech hat eine Nachschulung und/oder 4 Wochen Führerscheinentzug.

Kein schlechtes Ergebnis dafür, dass sich der schockierte Fahrer hilfesuchend an diejenigen gewandt hat, die "hinter" einer Notrufsäule sitzen oder?

Nicht dass der Fahrer nicht wüsste, dass sein Fahrverhalten fehlerhaft war - aber ein wenig mehr Nach- und/oder Weitsicht seitens der "Helfer" hätte hier sicher nicht geschadet!



   † ad noctem †
      Daywalker      09.05.2002



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