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Nachts, so man(n) nicht schlafen kann, neigt mensch zu philosophischen Betrachtungen ... und so stellt er sich die Frage, ob die Welt nicht ein einziges grosses Bild ist - produziert von jedem einzelnen Menschen - ein grossartiges Gesamtkunstwerk einerseits und ein unglaublicher Moloch andererseits ...

Definiert sich der Mensch durch die Bilder, die er selbst schafft und über die, die ihm im Gedächtnis bleiben? Sagt man nicht: "Der erste Eindruck entscheidet"?

Wird die Frage eines Krieges entschieden, setzen die Verantwortlichen auf Bilder ... soll eine Anschaffung getätigt werden, hofft die Industrie darauf, dass sich die Werbebilder ihres Produktes gut eingeprägt haben. Jeder Mensch hat ein Bild von sich - verändert es von Zeit zu Zeit oder passt es notgedrungen den Gegebenheiten an - als Beispiele seien die Bewerbung für einen Job oder eine Wohnung genannt.

Weltraumsonden senden Bilder und der Mensch stellt sich dann unter Zuhilfenahme dieser Bilder etwas vor - zieht Schlüsse - ob das der Realität entspricht oder nicht, ist oft zweitrangig ...

Die Presse zeichnet Bilder - mit Informationen belegt - haben wir aber alle Bilder und alle Informationen gesehen? Bilder sind interpretierbar und erzeugen damit neue Bilder ...

Ein Bild aber ist leicht zu (ver-)fälschen - es muss, so es nicht verifizierbar ist und/oder mensch gar kein Interesse an einer Verifizierung hat (Beispiele: Nachrichten, Werbung, Dokumentationen) also keineswegs mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen.

Genau genommen zeichnet mensch auch gerne Bilder, die das zeigen, was er gerne sehen würde - trägt es vor sich wie einen Schild - keinen geht an, was sich drinnen abspielt - das hat man oft gehört. So gibt es Bilder die nach aussen wirken und welche die nach innen wirken und keinen etwas angehen.

Eine Firma zeichnet beispielsweise gerne das Bild, dass der Kunde König ist - dieses Bild sieht mensch und glaubt daran, bis zu dem Tag, an dem er erfährt, dass das Bild falsch ist. Nicht anders wie ein Mensch, der nach aussen hin gerne cool und lässig wirken will und sich entsprechend verhält - so wird jeder der ihm begegnet zunächst nur das Bild in Erinnerung behalten, das er gesehen hat - sehen sollte.

Jeder weiss, dass Werbung in den seltensten Fällen ein reales Bild zeichnet - nicht anders der Mensch an sich, der der Meinung ist, dass das innere Bild nicht nach aussen dringen darf - weil ihn das angreifbar macht oder weil er sich zu schützen versucht.

Stellt sich die Frage, ob das Gefüge Welt letztlich nicht nur auf Bildern beruht, die in den seltensten Fällen rein und klar sind?! Darüber hinaus kann man auch die Frage stellen, ob reine, klare Bilder denn überhaupt erwünscht sind und ob der Begriff der Lüge dann nicht auch neu definiert werden muss ...




   † ad noctem †
      Daywalker      14.07.2003



Borderliner

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