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gewidmet Andreas & Heike



Einer Einladung folgend fuhren sie aus der Stadt hinaus aufs Land ...
beim Verlassen der hektischen Autobahn ...
und der anschliessenden Fahrt vorbei an grünen Wiesen ...
stellte sich eine gewisse Leichtigkeit ein.

Die Wegbeschreibung war perfekt ...
fast schon gemütlich fuhren sie dem Ziel entgegen.

Städter verwenden gerne Begriffe wie "Kaff" oder "Pampa" ...
in jedem Fall aber reden sie sich das Leben in der Stadt schön ...
das merkt mensch erst, wenn er die Stille hört, die ihn umgibt ...
die Luft riecht schon ganz anders ...
tief saugt mensch sie ein und geniesst die Frische.
Einen Moment irritiert ...
hört man nach und lässt sich dann einfach fallen.

Vor dem Haus eine grosse, gemütliche Bank ...
davor ein Tisch ...
gewohnheitsmässig landen dort Schlüssel, Handy, Handtasche.

Begrüssung, Hausbesichtigung und plötzlich ...
fällt dem Städter ein, dass seine Habseligkeiten ...
unbeobachtet ...
vor dem Haus liegen.

Eiligen Fusses durch das saftig grüne Gras ...
alles liegt noch auf dem gleichen Platz ...
"Wir sind hier auf dem Land" hört er mit schmunzelndem Unterton ...
so schnell legt mensch seine Gewohnheiten nicht ab.

Erinnerungen an vergangene Zeiten, als er noch in den Sommerferien ...
bei seiner Oma auf dem Land war ...
an viele schöne Augen-Blicke ...
Gänsehaut überzieht seinen Körper.

Sonnendurchflutete Räume verströmen Wärme ...
und lassen die dunkeln Räume der Stadtrand-Hochhaussiedlung vergessen.

Die Luftbewegung, die in der Stadt so signifikant fehlt ...
lässt die 30 Grad sehr angenehm erscheinen ...
Kinder werden nicht schreiend zurechtgewiesen ...
sind nicht so nervig wie in der Stadt ...
fünf Autos passieren die Strasse an diesem Tag ...
alle grüssen sich freundlich ...
hier kennt man den Anderen.

Geschichten erzählen, die Ruhe geniessen, frisch Gegrilltes ...
die Zeit vergeht wie im Flug ...
sie treten schweren Herzens die Heimfahrt an ...
hängen ihren Gedanken nach ...
während sie sich von der Hektik auf der Autobahn nicht anstecken lassen ...

Angekommen fassen sie sich lächelnd an den Händen ...
zweihundert Meter vor der Wohnungstür klingelt ihr Handy ...
die Wirklichkeit hat sie wieder eingeholt ...




   † ad noctem †
      Daywalker      07.07.2003



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